Herkunft und Bedeutung einer berühmten französischen Redewendung
Ein paar Minuten zu warten, kann einem schon wie eine Ewigkeit vorkommen… von 100 Jahren ganz zu schweigen. Aber warum sagt man im Französischen eigentlich genau „attendre 107 ans“ (107 Jahre warten), wenn man eine extrem lange oder gar nervenzehrende Wartezeit beschreibt?
Diese volkstümliche Redewendung hat ihren Ursprung in der Geschichte eines der bedeutendsten Bauwerke Frankreichs. Entdecken wir gemeinsam ihre faszinierende Entstehungsgeschichte.
Eine Redewendung aus der Geschichte Frankreichs
Der Ausdruck „attendre 107 ans“ ist kein Zufallsprodukt. Er bezieht sich direkt auf den Bau der Kathedrale Notre-Dame de Paris, eines der berühmtesten Denkmäler Frankreichs auf der Île de la Cité.
Bekannt für ihre Wasserspeier, ihre beeindruckende gotische Architektur und ihre zentrale Rolle in Victor Hugos Roman Der Glöckner von Notre-Dame, ist die Kathedrale vor allem für eines bemerkenswert: die außergewöhnliche Dauer ihres Baus.
Notre-Dame de Paris: 107 Jahre Bauzeit
Der Bau der Kathedrale Notre-Dame begann im Jahr 1163 auf Initiative von Maurice de Sully, dem damaligen Bischof von Paris. Zu dieser Zeit erlebte die Hauptstadt ein starkes Bevölkerungswachstum; die Einwohnerzahl von Paris verdoppelte sich im Laufe des 13. Jahrhunderts, wodurch die bestehenden Kirchen zu klein für die Gläubigen wurden.
Das Ziel war klar: Eine riesige, majestätische Kathedrale zu errichten, die den wachsenden Menschenmassen Platz bot. Die Arbeiten erstreckten sich über mehr als ein Jahrhundert und wurden schließlich im Jahr 1270 abgeschlossen.
- Gesamtdauer: 107 Jahre.
Warum diese Dauer die Gemüter prägte
In einer Zeit, in der die Lebenserwartung wesentlich geringer war als heute, stellten 107 Jahre eine Ewigkeit dar. Mehrere Generationen folgten aufeinander, ohne das Bauwerk jemals vollendet zu sehen.
Diese endlose, aus menschlicher Sicht fast absurde Wartezeit gab nach und nach der Redewendung „attendre 107 ans“ ihren Namen. Man verwendet sie heute für:
- eine übermäßig lange Wartezeit
- eine Situation, die sich in die Länge zieht
- eine Verzögerung, die die Geduld auf eine harte Probe stellt
Eine lebendige Redewendung
Obwohl ihr Ursprung bis ins Mittelalter zurückreicht, ist „attendre 107 ans“ auch heute noch eine gebräuchliche Redewendung. Dies beweist, dass die Geschichte von Notre-Dame de Paris die französische Sprache weiterhin maßgeblich beeinflusst.
Sie illustriert perfekt, wie ein bedeutendes historisches Ereignis einen bleibenden Eindruck in unserem alltäglichen Wortschatz hinterlassen kann.
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